Wuger, Ernst (185/SN-132/ME)
Haltung
gemischt
Schlagwörter
Rechtliche Verweise
- Audiovisuelles Mediendienste-Gesetz (AMD-G)
Forderungen
- Verbot von TikTok, Instagram oder YouTube SHORTS
- Verzicht auf ein Verbot oder eine Stundenreduzierung von Long-Form-Videos auf YouTube
- Uneingeschränkter Zugang zu Lernvideos auf YouTube
Volltext ↗ Parlament.gv.at
Ich schreibe im Namen meines 11 Jährigen Sohn: Sehr geehrte Damen und Herren,ich habe ein dringliches Anliegen. Es geht um den neuen Gesetzesentwurf (Änderung des Audiovisuellen Mediendienste-Gesetzes (AMD-G)). Ich bin 11 Jahre alt. Somit würde mich das Gesetz treffen. Das Gesetz finde ich nur teilweise richtig. Es ist gut, dass sich die Politik endlich darum kümmert, dass Kinder weg vom ewigen Doomscrolling und hypnotischen Kurzvideos kommen. Gerade für mich (einen Menschen mit ADHS) ist das eine sinnvolle und absolut notwendige Maßnahme. Allerdings müssen Sie sich auch vor Augen führen, dass die meisten Lernvideos auf YouTube vor allem für Themen wie Programmieren (Python, JavaScript, Java, C#) oder Spieleentwicklung (Unity, Unreal Engine, Godot) sind. Wenn Sie das alles verbieten, nehmen Sie auch vielen Kindern und Jugendlichen das Recht auf Bildung. Und das in so zukunftswichtigen Nischen. Außerdem werden dann Kinder wie ich für unser Recht auf Bildung kämpfen (in meinem Fall Blender, Unity und Cyber Security). Und wenn man sich nur etwas mit solchen Themen auseinandersetzt, wird man auch schnell auf Möglichkeiten wie Tor und VPNs stoßen. Also würde das Problem einfach illegal umgangen werden. Damit würden Sie nicht Kontrolle gewinnen, sondern abgeben. Deswegen meine ich, dass der richtige Ansatz darin liegt, Dienste wie TikTok, Instagram oder YouTube SHORTS zu verbieten. Sie würden sich nur selbst schaden, wenn Sie Long-Form-Videos auf YouTube ebenfalls verbieten oder auf nur eine Stunde reduzieren. Ich möchte überhaupt nicht frech und ungezogen wirken allerdings muss ich die Wahrheit sagen: Wir sind die, die in 20 Jahren das Geld für Österreich verdienen. Man kann also sagen, wir zahlen für Ihre Zukunft bzw. Ihre Rente, werte Leserschaft. Damit das allerdings möglich ist, müssen Sie uns die Möglichkeit geben, unser Wissen anzureichern. Deswegen bitte ich Sie: Lassen Sie die Lernvideos auf YouTube für alle ohne Einschränkungen so wie gehabt. Ich hoffe, mein Anliegen hat Ihnen unsere Sicht, also die eines 11 Jährigen, gut vermitteln können. Ich weiß, ich habe zwar kein Vetorecht, aber meine Meinung will ich trotzdem äußern. Danke fürs Lesen, Alvin Wuger