Lintl, Ulrich (189/SN-132/ME)
Haltung
ablehnend
Schlagwörter
Forderungen
- Der Gesetzesentwurf mit dem Ansatz des indirekten Ausweiszwangs für bestimmte Internet-Dienste ist ersatzlos zu streichen.
- Erstellung eines völlig neuen, konstruktiven und bürgerrechtskompatiblen lösungsorientierten Entwurfs unter Berücksichtigung der Lösung-Inputs des Verfassers.
Volltext ↗ Parlament.gv.at
Stellungnahme indirekter Ausweiszwang Social-Media
Themenverfehlung
Hauptprobleme sind die Mechanismen der Online-Plattformen und das Medien-Verhalten der
Nutzer, besonders aber keinesfalls nur der jungen Nutzer.
Die Mechanismen der Plattformen zielen darauf ab, eine Art von Spielsucht zu triggern und die
Nutzer möglichst lange auf den Platformen zu halten und nach Möglichkeit auch zu Interaktionen
zu animieren.
Algorithmen, basierend auf umfassenden Tracking-Aktivitäten der Plattformen, wissen genau,
welche Präferenzen die jeweiligen Nutzer haben.
KI tut in der Zwischenzeit ihr übriges, um ihren Beitrag zum Triggern der Spielsucht auszulösen.
Diese Probleme der Plattformen sind systemisch und grundsätzlich.
Selbst für den Fall – wovon ich überzeugt bin, dass es scheitert – wirklich alle Jugendlichen unter
14 Jahren mit gesetzlich erzwungenen, technischen Hürden von den Plattformen auszuschließen,
bestehen für alle anderen Nutzer diese systemischen Probleme natürlich weiterhin.
Die grundlegenden Probleme bei den Plattformen bleiben dadurch zu 100% weiterhin bestehen.
Negativbeispiel Australien
Mehr als 60% der australischen Jugendlichen, die vor dem Verbot bereits mit Konten auf sozialen
Netzwerken aktiv waren, nutzen weiterhin mindestens eine der gesperrten Plattformen.
Die Umgehung und Aushebelung des Verbotsmechanismen fängt dabei schon oft bei manchen
Eltern an, welche ihre Kinder aktiv dabei unterstützen, das Verbot zu umgehen oder sie ihre
Erwachsenen-Konten bei Online-Plattformen mitnutzen lassen.
Und auch die technischen Möglichkeiten, die Mechanismen auszuhebeln, entwickeln sich stetig
weiter und werden immer ausgeklügelter.
Kritiker des australischen Modells bemängeln zudem, dass Verbote Jugendliche in weniger
regulierte und potenziell gefährlichere Bereiche des Internets drängen könnten.
Zudem könnten Plattformbetreiber weniger Anreiz haben, spezielle Schutzfunktionen für Kinder zu
entwickeln.
Negativvorbild Erwachsene
Für das Mediennutzungs-Verhalten von Kindern und Jugendlichen ist auch das Verhalten von
Erwachsenen samt daraus resultierende Vorbildwirkung wesentlich.
Viele Eltern kommen selbst nicht vom Smartphone los - und sind damit schlechte Vorbilder für ihre
Kinder.
Väter mit Kinderwagen hängen am Smartphone. Mütter auf Spielplatzbänken und scrollen die
ganze Zeit. Im Café liegt das Gerät stets neben den Eltern.
Und abends sagen dieselben Erwachsenen zu ihrem Kind, dass sie endlich das Smartphone
weglegen sollen.
Und nicht nur Eltern, sondern auch Großeltern sind immer öfter Negativ-Vorbilder für Kinder
bezüglich exzessiver Smartphone-Nutzung.
Solche „Vorbilder“ werden schwer etwas anderes triggern, als dass auch die Kinder zu Smartphone-
Junkies werden.
Weitere Gedanken und finale Forderungen
Ich befürchte, dass "Kinderschutz" bei diesem indirekten Ausweiszwang nur der vorgeschobene
Vorwand ist und der wahre Grund die Errichtung einer Überwachungsinfrastruktur für eine
österreichische bzw. EU-Variante des chinesischen Sozialkreditsystems und damit der Einstieg
einen einen totalitären, digitalen Überwachungs-, Kontroll- und Bevormundungs-Staat ist.
Und da ist für mich das felsenfeste Prinzip:
"Wehret den Anfängen."
Und angesichts des 25. Jahrestages von 9/11, das der Auftakt zum Aufbau eines bereits jetzt
massiven Überwachungsstaates ist, der aber Terroranschläge keinesfalls verhindert hat, obwohl bei
allen wesentlichen Terroranschlägen in Europa seitdem an diesen beteiligten Schlüsselterroristen
von Behörden überwacht oder diesen zumindest bekannt waren, dürfen wir den Fehler für irgend
welche vorgeschobenen Vorwände – und wenn sich deren Ziele vordergründig noch so nobel
anhörten mögen – entscheidende Freiheiten aufzugeben, auf gar keinen Fall wiederholen.
Nein, es braucht hier dringend einen fundamentalen Kurswechsel.
Der Gesetzesentwurf mit dem Ansatz, indirekten Ausweiszwang für bestimmte Internet-Dienste
einzuführen, gehört ersatzlos gestrichen.
Statt dessen muss das Motto "Zurück an den Start" geleten und ein völlig neuer Entwurf, der
konstruktiv und bügerrechstkompaptibel lösungsorientiert aufgebaut ist, gemacht. Und dafür
gehören auch meine Lösung-Inputs berücksichtigt.
Online-Links zum Thema
https://www.golem.de/news/social-media-verbot-fuer-kinder-experten-sehen-probleme-nicht-nur-
bei-handynutzung-2604-207777.html
Social-Media-Verbot in Australien und dessen Umgehung
https://winfuture.de/news,158329.html
https://www.gamestar.de/artikel/bildschirmzeit-kinder-erwachsene-studie-
smartphones,3456091.html
https://www.telepolis.de/article/Digitale-Erziehung-Wenn-Eltern-selbst-nicht-vom-Handy-
loskommen-11419623.html
https://www.eltern.de/familie-urlaub/familienleben/scrollen-statt-spielen--wenn-die-bildschirmzeit-
der-grosseltern-zum-problem-wird--14070288.html
Schulexperiment führt zu bewusster Handynutzung
https://noe.orf.at/stories/3332055/
Warum ein Social-Media-Verbot keine kinderschützende Lösung ist
https://freistattsmart.de/warum-ein-social-media-verbot-keine-kinderschuetzende-loesung-ist/
Scrollen statt spielen Wenn die Bildschirmzeit der Großeltern zum Problem wird.
Nicht nur Eltern, sondern auch Großeltern sind immer öfter Negativ-Vorbilder für Kinder bezüglich
exzessiver Smartphone-Nutzung.
https://www.eltern.de/familie-urlaub/familienleben/scrollen-statt-spielen--wenn-die-bildschirmzeit-
der-grosseltern-zum-problem-wird--14070288.html
In Großbritannien haben nach neusten Studien 32% der befragten Kindern nachweislich
Altersverifkation umgangen. In Australien sind sogar knapp 2/3 der Kinder-Accounts weiter auf
Social Media aktiv.
https://winfuture.de/news,158329.html
https://news.sky.com/story/two-thirds-of-underage-australians-still-have-access-to-social-media-
despite-ban-new-research-suggests-13531097
Einstieg ins Sozialkreditsystem nach chinesischem Vorbild